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Daten gelten oft als objektiv, neutral und fortschrittlich. Doch worauf gründet sich diese Vorstellung eigentlich?
In ihrem aktuellen Buchbeitrag fragt Bianca Prietl, Professorin am Fachbereich Gender Studies, nach den kulturellen Grundlagen des „Willens zur Datafizierung" – also nach jenem anhaltenden Bestreben, immer mehr Bereiche des sozialen Lebens als Daten zu erfassen, auszuwerten und zu steuern.
Trotz wachsender Kritik an Überwachung, algorithmischem Bias, Monopolisierung und der materiellen wie ökologischen Kehrseite digitaler Infrastrukturen hält der Ruf nach Digitalisierung ungebrochen an. Prietl rekonstruiert drei kulturell deutungsmächtige Vorstellungen, die diesen Ruf tragen: Datensolutionismus, Individualismus und den Rückgriff auf etablierte weiss-männliche Techniktopoi. Im Anschluss an Foucault und die feministische Wissenschafts- und Technikforschung zeigt sie, wie diese Narrative Macht und Wissen verschränken – und dabei zutiefst vergeschlechtlicht sind.
Der Beitrag ist in der Reihe „Interdisziplinäre Geschlechterforschung" des Centers Interdisziplinäre Geschlechterforschung Innsbruck (CGI) erschienen und open access verfügbar.
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