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In bewaffneten Konflikten weltweit werden Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen zunehmend als strategisches Mittel eingesetzt. Mario Behrens, Politikwissenschaftler bei der Universität Basel und swisspeace, forscht zu Angriffen auf humanitäre Infrastruktur.
Gemäss aktuellen Zahlen der Vereinten Nationen haben sich die Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen und -personal in bewaffneten Konflikten zwischen 2020 und 2024 nahezu verdreifacht. Besonders betroffene Konfliktgebiete sind der Sudan, Myanmar, der Libanon, die Ukraine und die palästinensischen Gebiete.
Mario Behrens weist auf einen besorgniserregenden Trend hin: Während früher solche Angriffe zu etwa gleichen Teilen von nicht staatlichen und staatlichen Akteuren ausgingen, sind es heute mehrheitlich staatliche Akteure. Diese Angriffe verstossen klar gegen das humanitäre Völkerrecht, doch die Verantwortlichen werden nur selten zur Rechenschaft gezogen. Die Konflikte werden zunehmend komplexer, spielen sich in städtischen Gebieten ab, und der Respekt vor dem internationalen Völkerrecht nimmt ab.
Um die Situation zu verbessern, fordert Mario Behrens kontinuierlichen internationalen Druck, umfassende Dokumentation der Angriffe und die klare Benennung von Völkerrechtsverstössen.
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