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Ist das Faschismus? Die Frage kehrt zurück – und sie ist alles andere als akademisch.
In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung antworten die Basler Soziologin Carolin Amlinger und Soziologe Oliver Nachtwey auf Jan Philipp Reemtsma: Wer heute fragt, ob Trump, AfD oder Orbán faschistisch sind, fragt eigentlich, ob Minderheiten wieder um ihre Unversehrtheit fürchten müssen.
Ihr zentrales Argument: Die heutige Rechte bietet ein Integrationsangebot – Zugehörigkeit und Teilhabe, aber nur für die „Produktiven“ und „Einheimischen", auf Kosten der Ausgeschlossenen. Dabei zielt sie nicht mehr darauf, den Parlamentarismus offen abzuschaffen, sondern die liberalen Institutionen still auszuhöhlen: Antidiskriminierungsrecht, Umweltauflagen, Rechtsstaat.
Die Ursachendiagnose folgt Karl Polanyi: Faschismus ist Symptom kapitalistischer Entbettung. Was fehlt, ist die Gegenbewegung. Polanyi sah sie im New Deal. Was ein solches Gegenangebot heute wäre – in Zeiten von KI, Klimakrise und wachsender Ungleichheit – bleibt die offene, ebenfalls existenzielle Frage des Textes.
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