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In seinem 2024 veröffentlichten Artikel «Kontingenzerfahrungen im Survivalismus» untersuchte Dr. Robert Schäfer die Weltanschauung 19 zeitgenössischer Survivalist:innen in der Schweiz und in Deutschland.
Anlass, die Publikation erneut ins Schaufenster zu stellen, ist ein Artikel von Gerald Wagner in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (05.04.2026), der Schäfers Forschung einem breiten Publikum vorstellt.
Schäfers Ausgangspunkt ist ein grundlegendes Problem der Säkularisierungsforschung: Wir wissen gut, woran säkulare Menschen nicht glauben – aber kaum, woran sie glauben. Um diese Lücke zu schliessen, konzentriert er sich auf den Umgang mit Kontingenzerfahrungen: das Bewusstsein, dass die Dinge auch ganz anders sein könnten. Survivalist:innen, so seine These, sind geradezu idealtypische Kontingenzexpert:innen und damit ein vielversprechender Forschungsgegenstand.
Das überraschende Hauptergebnis der Fallstudie: Es geht im Survivalismus nicht primär darum, Kontingenz zu bewältigen, sondern um eine charakteristische Doppelbewegung: Einerseits wird Kontingenz aktiv gesucht und inszeniert («Was tue ich, wenn die Zivilisation zusammenbricht?»), andererseits wird sie eliminiert: Das Leben auf der Ebene vegetativer Grundbedürfnisse – Feuer, Wasser, Unterschlupf – kennt keine Wahlmöglichkeiten und damit keine Kontingenz.
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