Hélène Oberlé

Narrative Identitäten, multi-lokale Biographien und transnationale Lebensmodi hochqualifizierter Migrant_innen: Schweizer_innen in Israel und Isarelis in der Schweiz

Thema des Dissertationsprojekts sind Identitätsnarrative gut- bis hochqualifizierter Personen im Kontext transnationaler Migration aus einer kultur- und sozialanthropologischen Perspektive. Die Life-modes-Theorie dient als Rahmen, durch den dargestellt wird, wie bestimmte Lebensarten oder Karriere Entscheidungen durch Globalisierungsprozesse beeinflusst und ermöglicht werden. Hochqualifizierte Schweizer MigrantInnen in Israel und Israelis in der Schweiz dienen als Beispiel für die Fallstudie. Das Forschungsinteresse liegt nicht nur in den Grenzüberquerungen von Personen, sondern auch im Austausch und der Bewegung von Ideen und Konzepten. Über 10 000 SchweizerInnen, die meisten von ihnen gut-hochqualifiziert, leben in Israel und etwa 1400 Israelis sind in der Schweiz gemeldet. Es gibt circa 11 000 schweizerisch-israelische DoppelbürgerInnen. Ziel der Forschung ist eine vertiefende Analyse von Identitätskonstrukten und biografischen Erfahrungen. Dabei werden die Einflüsse äusserer Bedingungen und Rahmengegebenheiten auf das tägliche Leben hochqualifizierter MigrantInnen berücksichtigt. Auch Beweggründe und die Begründung von Entscheidungen sowie Aspekte von brain-drain und brain-gain werden thematisiert. Feldaufenthalte und Interviews finden in der Schweiz und in Israel statt. Die Ergebnisse werden zu einem besseren Verständnis von Sinnkonstruktionen hochqualifizierter Personen beitragen, die sich als AkteurInnen im Kontext eines globalen Arbeitsmarktes bewegen.

Supervisor: Jacques Picard

Co-Supervisor: Dan Rabinowitz (Tel Aviv University)

Bio:

Hélène Oberlé ist Doktorandin am Seminar für Kulturwissenschaft und Europäische Ethnologie der Universität Basel. Hélène Oberlé studierte von 2005 bis 2013 Kulturanthropologie, Soziologie, Politikwissenschaft und Musik in Wien, Sherbrooke (Quebec), Toronto und Basel. Ihren MA schloss sie im Frühjahrsemester 2013 mit einer Forschungsarbeit über Finanzkrisen, „Reden über die Krise: Zwischen Hoffnung und Fatalismus“, ab. Im Herbstsemester 2013 erhielt Hélène Oberlé ein Startstipendium der Graduiertenschule Social Sciences des Departements Gesellschaftswissenschaften der Universität Basel. Seit 2015 ist ihre Dissertation Teil eines vom SNF geförderten Projekts zur Migration hochqualifizierter Personen.