Violences et Résistances dans le théâtre postcolonial au Mali

Seit der Französischen Kolonialisierung und der Unabhängigkeit nach 1960 hat Mali die Diktatur von General Moussa Traoré durchlaufen, die Herausforderung eine funktionierende Demokratie einzuführen angenommen und wurde mit der kürzlichen Islamistischen Besetzung des Nordens konfrontiert, welche bedeutende Migrationen von lokalen Populationen zur Folge hatte. So zahlreich diese Bedrohungen gegen die Kultur und die Freiheit der Malier waren, so zahlreich sind auch die Widerstände. Das Ziel meines Dissertations-Projekts ist es, das lokale malische Bamana Kotéba-Theater als ein Ort wo Widerstand gegen politische, kulturelle oder soziale Gewalt entstehen kann zu studieren. Das Kotéba-Theater hat in Mali eine lange Tradition und ist bekannt dafür ein «Ort der Redefreiheit» zu sein. In ruralen Dörfern präsentiert es ein Moment der sozialen Kritik, auf eine satirische Weise, von Stereotypen oder sozialen Verhaltensweisen im Mikrokosmos der Dorfgemeinde. Auf diese Weise stellt es einen Ort der Selbstreflektion der Gesellschaft dar. Nach der Kolonialisierung, und mit der Entstehung des National-Theaters Kotéba National, rückte Kotéba-Theater ins Zentrum einer jungen Nation, welche nach kultureller Selbstrekonstruktion strebte. Später, während der Diktatur des General Moussa Traoré, waren Theatergruppen Teil einer Untergrund-Widerstandsbewegung. Heute thematisieren moderne, urbane Formen von Kotéba Problematiken in einem grösseren Kontext, indem sie zum Beispiel Korruption anprangern, Politik kritisieren oder die fatalen Folgen von Extremismus vor Augen führen. Kotéba-Theater stellt ein Ort der Identitätsbildung auf kultureller, sozialer wie politischer Ebene dar, sowohl individuell als auch kollektiv und es ist deswegen von Interesse zu untersuchen ob es auch ein Ort darstellen kann wo Widerstand in verschiedenen Formen entstehen kann.

Da sich mein Thema auf einer Schnittstelle zwischen Literatur, Soziologie, Politik und Performance befindet, werde ich ein Mixed-Methods Model anwenden, welches sich nach einem Sozio-Literarischen Ansatz nach dem Schema von Gisèle Sapiro richtet der sich in Produktions-Bedingungen, Soziologie des «oeuvre», und Soziologie der Rezeption unterteilt. Dieser Ansatz beinhaltet eine literarische Stil-und Inhaltsanalyse, ein kontextuelles Setting und qualitative Datensammlung.

Die aussergewöhnliche sozio-politische Entwicklung in Mali welche von Unterdrückung und Widerstand geprägt ist, die kulturelle Wichtigkeit von traditionellem Theater und die rege literarische Produktion bieten sich für eine vertiefte Analyse der Begriffe «Violences et Résistances» im postkolonialen malischen Theater an.

Supervisor: Elisio Macamo

Co-supervisor: Patrick Suter (Universität Bern), Christine Le Quellec Cottier (Universität Lausanne)

Bio

Melanie Sampayo Vidal ist Assistentin/Doktorierende in Afrikastudien am Departement für Gesellschaftswissenschaften der Universität Basel und Mitglied der Graduate School of Social Sciences. Sie schreibt eine interdisziplinäre Dissertation zu “Violences et résistances dans le théâtre postcolonial au Mali”, welche sich auf einer Schnittstelle von Literatur, Soziologie, Politik und Performance befindet. Seit dem Start des Projektes, welches sie mit ihrer Masterarbeit in frankofoner Literatur an der Université Paris St.Denis begonnen hat, ist sie in regelmässigem Kontakt mit Autoren, Theaterschaffenden und Editoren in Mali. Ihren BA hat sie an der Universität Bern in französischer Literatur und Linguistik sowie Politikwissenschaften absolviert.

Präsentationen:

"Quelle utilité du théâtre utile au Mali ?" − REAF, Rencontres des Études Africaines en France, Panel : Les scènes artistiques d'Afrique : entre déploiement local et ambition internationale, Marseille 9.7. - 12.7.2018.

"Violences et résistances : Frontières dans le théâtre contemporain au Mali" − Colloque international : Poétique des frontières dans les littératures de langue française (XXe-XXIe siècles), Bern 8.3. - 9.3. 2018.

"Between the rural and the urban: Contemporary theatre in Mali" − ECAS 7, European Conference on African Studies, Panel: "Urban artists with rural links: Contemporary art and social practice", Basel 21.6. - 28.6.2017.

"About Confidence, Eggs and Children" − Empowering Women Retreat, Vex, 19.5. – 21.5.2017.

Melanie Sampayo Vidal G3S 2018

Melanie Sampayo Vidal
Zentrum für Afrikastudien
Rheinsprung 21
4051 Basel