17 Sep 2019
12:15 - 14:00

Dr. Andrea Zimmermann
University of Basel, Rheinsprung 21, Room 00.004

Kolloquium / Seminar

"The Art of Intervention II"

Performing Gender – Kritik an vergeschlechtlichten Subjektivierungsprozessen auf und hinter der Bühne

Das Theater verfügt aufgrund seiner performativen Dimension über grosses Potenzial, hegemoniale Geschlechtsidentität(en) spielerisch zu durchqueren, zu kritisieren und so zu transformieren, dass alternative Geschlechterverhältnisse denk- und lebbar werden. Doch stellt sich im Anschluss an die #MeToo-Debatte die Frage, ob und inwiefern Theater Kritik üben kann an einer herrschenden Geschlechterordnung, wenn diese Institution zur gleichen Zeit den Geschlechtern nach wie vor ungleiche Spielräume zur Verfügung stellt. Wie also kann der Zusammenhang zwischen Produktionsprozessen und ästhetischen Prozessen aus geschlechtertheoretischer Perspektive angemessen gefasst werden?
Das Seminar setzt sich zum Ziel, dieser Frage aus geschlechtertheoretischer Perspektive nachzugehen. Einerseits werden daher anhand konkreter Beispiele aus Inszenierungen, Performances und Theatertexten geschlechtertheoretische Grundlagen zu Konzepten der Performativität erarbeitet. Weitere angesprochene Themenkomplexe sind Körper, Gefühle, Sichtbarkeit und Erinnerung.
Andererseits wird gemeinsam diskutiert, wie eine intersektionale Analyse des Theaterbetriebs gelingen kann, die unter Berücksichtigung historischer Dimensionen und gesamtgesellschaftlicher Entwicklungen vergeschlechtlichte Arbeitsweisen und Arbeitsbereiche offenlegt und für eine transformative Kritik öffnet. In diesem Zusammenhang wird die Bedeutung von kultureller Teilhabe als wichtiger Baustein von Gleichstellung thematisiert ung diskutiert.

Weitere Informationen im Vorlesungsverzeichnis


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