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Professur für Kulturanthropologie und Geschlechterforschung im Jobsharing

Marion Schulze und Alain Müller

Marion Schulze und Alain Müller wurden zur Assistenzprofessorin und zum Assistenzprofessor (beide mit Tenure Track) gewählt

Die Universität Basel besetzt die Professur für Kulturanthropologie und Geschlechterforschung mit zwei Personen im Jobsharing. Ernannt wurden dafür Prof. Dr. Marion Schulze und Prof. Dr. Alain Müller je als Assistenzprofessorin und Assistenzprofessor. Die beiden hatten sich gemeinsam für die Professur beworben und werden ihre Arbeit in Lehre und Forschung auf Anfang 2020 aufnehmen. 

Die Professur für Kulturanthropologie und Geschlechterforschung an der Philosophisch-Historischen Fakultät wurde nach zwei Emeritierungen (Gender Studies und Kulturanthropologie) neu geschaffen. Prof. Dr. Marion Schulze und Prof. Dr. Alain Müller, ein Forscherpaar, werden neu Assistenzprofessorin und Assistenzprofessor (mit Tenure Track); dabei wird Schulze schwerpunktmässig die Gender Studies und Müller die Kulturanthropologie betreuen. Zentral ist für beide aber auch der Brückenschlag zwischen den beiden Fächern. Sie werden mit einem Beschäftigungsgrad von je 50 Prozent auf den 1. Januar 2020 eingestellt, wie der Universitätsrat zur Kenntnis nahm

Geschlecht und Kultur

Schulze ist derzeit Programm-Managerin an der Swiss School of Public Health in Zürich. Geboren 1977 in Osnabrück (Deutschland), studierte sie zuerst für das Gymnasiallehramt und darauf Soziologie sowie Geschlechterforschung an der Universität Basel, wo sie 2011 promoviert wurde. Darauf war sie Assistentin und bis 2017 Oberassistentin für Geschlechterforschung am Zentrum der Erforschung sozialer Prozesse (MAPS) an der Universität Neuenburg. Neben Forschungsaufenthalten im Ausland – unter anderem in London, an der University of California in Irvine und Südkorea – war sie SNF-Projektmitarbeiterin und Lehrbeauftragte in Geschlechterforschung an der Universität Basel.

In ihrer Forschung interessieren sie die Verflechtungen von Kultur und Geschlecht in einer hoch digitalisierten und mobilen Welt. So untersuchte sie in ihrer Dissertation die Geschlechterarrangements und -konventionen des Hardcore Punk mit partizipierender Feldforschung auf drei Kontinenten und lieferte dabei einen Entwurf zur Integration der Geschlechterperspektive in die Subkulturtheorie. In einem weiteren Projekt erforschte sie die internationale Rezeption südkoreanischer Fernsehserien. Schulze gilt als eine theoretisch fundierte Forscherin, die sich auch für die Weiterentwicklung theoretischer Modelle im Bereich der Geschlechterforschung engagiert.

Kultur und Netzwerke

Alain Müller, ebenfalls 1977 (in Monthey, VS) geboren, arbeitet zurzeit an der Universität Neuenburg, wo er am Ethnologischen Institut als Lehrbeauftragter und am Institut für Gesundheitsrecht als Koordinator des Doktoratsprogramms «Santé, Medecine et Société» tätig ist. Er hatte 2010 in Neuenburg sein Studium in Anthropologie, Geographie und Soziologie mit seiner Dissertation «Worldwide United: Construire le monde du hardcore» abgeschlossen. Zudem war er Assistent am Ethnologischen Institut sowie Postdoktorand an der Universität Genf und arbeitete unter anderem am Center for Ethnography an der University of California in Irvine; für Feldstudien reiste er unter anderem nach Japan, in die USA und in mehrere europäische Städte.

In seiner Forschung schlägt Müller am Beispiel der Musik-Subkultur Hardcore Punk und zur urbanen Sportart Street Workout einen systematischen Ansatz vor, um die Artikulationen von lokal und global sowie die kollektive Konstruktion von unterschiedlichen geographischen Räumen und Skalen anthropologisch zu fassen. Dies erfolgt in ethnografischen Beschreibungen und Analysen der Untergrundszenen verschiedener Grossstädte. Weiter entwickelte er ein piktoriell-diagrammatisches Modell zum visuellen Kartieren von quasi-globalen Netzwerken und kulturellen Phänomenen.